Was ist eine D&O-Versicherung?

Der Name der Versicherung kommt aus dem Englischen. Dort entliehen bedeutet D&O-Versicherung ausgeschrieben „Director’s and Officer’s Liability Insurance“ und bezeichnet den direkten Versicherungszweck:

Die D&O-Versicherung versichert Führungskräfte in kleinen Firmen, großen Unternehmen, aber auch Vereinen und Stiftungen gegen Schadenersatzansprüche, die aus Fehlern oder Fehlentscheidungen entstehen, wenn das Unternehmen oder Dritte finanziellen Schaden nehmen.

Die Versicherung greift dann, wenn eine fahrlässige Verletzung der Sorgfaltspflicht dazu führt, dass das Unternehmen bzw. der Verein selbst oder Außenstehende Schadenersatz an eine Person mit Leitungsfunktion stellen.

Bei Schadenersatzansprüchen innerhalb der Organisation spricht man von Innenhaftung. Stellen Dritte, beispielsweise Banken, Geschäftspartner oder Insolvenzverwalter Schadenersatzansprüche an die Leitungskraft, nennt man das Außenhaftung.

Wer braucht die D&O-Versicherung?

Durch die verschärfte Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, wie beispielsweise im ARAG-Garmenbeck-Urteil zu sehen, kann man kurz zusammenfassen: Wenn Du in einem Unternehmen, einem Verein oder einer Stiftung managementähnliche Aufgaben hast und Entscheidungen triffst, solltest Du eine D&O-Versicherung haben.

Wir empfehlen die Versicherung für:

  • Manager
  • Leitende Angestellte
  • Geschäftsführungen nicht-inhabergeführter Unternehmen
  • Vereinsvorstände in Vereinen und Stiftungen
  • Aufsichtsräte
  • Funktionäre

Besonders empfehlenswert ist die D&O-Versicherung für Führungskräfte einer AG, einer GmbH oder für Vorstände von gemeinnützigen eingetragenen Vereinen (e.V.)

Wichtig zu wissen Das Gesetz legt fest, dass Personen, die strategische oder managementähnliche Geschäftsentscheidungen treffen, bei Fahrlässigkeit oder der Verletzung der Sorgfaltspflicht mit ihrem gesamten Privatvermögen haften.

Gemäß dem oben erwähnten Urteil des BGHs schließt das Vorstandsmitglieder oder Mitarbeitende, die dem betroffenen Kontrollorgan angehören, ebenfalls ein. Deshalb ist eine gute D&O-Versicherung umso wichtiger!

Was kostet eine D&O-Versicherung?

Die Kosten für die D&O-Versicherung hängen von unterschiedlichen Faktoren ab. Deshalb lässt sich kein Pauschalpreis für den Versicherungsbeitrag beziffern. Folgende Faktoren nehmen Einfluss auf die Beitragshöhe:

  • die zu versichernde Branche
  • die Anzahl der zu versichernden Kontrollorgane
  • die Deckungssumme der Versicherung
  • das Risiko eines Vermögensschadens
  • die Größe der zu versichernden Institution
  • die Höhe des Selbstbehalts
  • die Laufzeit der Versicherung

Bei einer Versicherungssumme von 100.000 Euro kannst Du beispielsweise für die D&O-Versicherung schon nur 250 Euro pro Jahr zahlen. Liegt die Versicherungssumme hingegen beispielsweise etwa bei 2.500.000 Euro, würde der Versicherungsbeitrag circa 1.600 Euro im Jahr betragen. Dabei beeinflusst auch die Laufzeit des Versicherungsvertrages, wie hoch der Beitrag ist.

Wer muss die D&O-Versicherung zahlen und wie wird abgerechnet?

In der Regel ist das Unternehmen oder der Verein versichert, das bedeutet, dass auch die versicherte Organisation den Beitrag zahlt. Dabei kannst Du selbst mit der Versicherungsgesellschaft festlegen, wann Ihr den Beitrag bezahlen wollt. In der Regel zahlen Versicherte den Beitrag entweder monatlich, quartalsweise oder jährlich.

Welche Versicherungssumme für die D&O-Versicherung ist sinnvoll?

Zur Bestimmung der Versicherungssumme kannst Du Dir eine Frage stellen: Wie groß ist der größtmögliche Schaden, der entstehen kann? Das sollte Dein Richtwert sein!

Tipp: Für eine Orientierung empfehlen wir einen Blick auf die Bilanzsumme. Die Versicherungssumme sollte mindestens die Hälfte des Eigenkapitals und mindestens zehn Prozent der Bilanzsumme betragen.

Allerdings geht diese Formel für kleine Firmen und Vereine nicht immer auf. Hier können bereits 250.000 Euro also Versicherungssumme völlig ausreichend sein, damit der Versicherungsbeitrag die Finanzen nicht allzu sehr belastet. Lass Dich deshalb eingehend beraten!

Kann man die D&O-Versicherung von der Steuer absetzen?

Unternehmen können den Versicherungsbeitrag als Betriebsausgaben geltend machen. Da in der Regel die Organisation selbst den Versicherungsbeitrag bezahlt, besteht für Dich als Führungskraft keine Notwendigkeit der Absetzbarkeit.

Wichtig zu wissen: Anders ist das, wenn Du die D&O-Versicherung als Führungskraft selbst abgeschlossen hast. In dem Fall kannst Du den Versicherungsbeitrag in Deiner Einkommensteuer als Werbungskosten absetzen.

Versicherungsumfang und Leistungen der D&O-Versicherung

Triffst Du als Führungskraft oder Vorstandsmitglied eine Entscheidung, die Deine Organisation finanziell schädigt und wirst daraufhin mit Schadenersatzansprüchen konfrontiert, fängt Deine D&O-Versicherung Dich auf. Wichtig ist, dass Du fahrlässig und nicht vorsätzlich gehandelt hast.

Wer muss die D&O-Versicherung abschließen und wer ist versichert?

Der Regelfall ist, dass Dein Unternehmen oder Deine Organisation die Versicherung für Dich abschließt. Das bedeutet, Unternehmen und Vereine sind für Ihre Angestellten bzw. Vorstandsmitglieder versichert.

Es gibt allerdings auch Einzelpolicen. In dem Fall kannst Du selbst eine D&O-Versicherung abschließen, falls Deine Organisation das aus irgendwelchen Gründen ablehnt. Es lohnt sich aber immer, den Abschluss solch einer Versicherung in der Organisation vorzuschlagen, damit Du selbst nicht auf den Kosten sitzen bleibst.

Was versichert die D&O-Versicherung?

Folgende Schadensbeispiele der Innenhaftung werden von der D&O-Versicherung abgedeckt:

  • Du hast als Führungskraft Technik für eine ganze Abteilung gekauft, die sich als mangelhaft herausstellt, dein Unternehmen aber teures Geld gekostet hat.
  • Nach einem Streit entlässt Du ein Teammitglied ohne die Kündigungsfristen zu beachten, weshalb das Teammitglied ein Arbeitsrechtsverfahren anstrebt, für das Deine Firma Anwälte anheuern muss.
  • In Deinem Verein hast Du den 1. Vorsitz und vergisst, dringend benötigte Fördermittel zu beantragen, weshalb Dein Verein zahlungsunfähig wird.
  • Bei Abschluss eines Kooperationsvertrages übersiehst Du eine Klausel, sodass der Vertrag für Deine Organisation teurer wird als erwartet, woraufhin Du Schadenersatz leisten sollst.
  • Beiträge oder Forderungen von Mitgliedern bzw. Kundschaft wird durch Deinen Fehlern nicht eingezogen, sodass es zu Verdienstausfällen für die Organisation kommt.
  • Du gehörst dem Vereinsvorstand an und Ihr plant eine große Veranstaltung. Allerdings überseht Ihr, dass Ihr eine Versicherung für diese Veranstaltung hättet abschließen müssen. Ein Gast verletzt sich und klagt 60.000 Euro Schadenersatz ein.
    Auch für die Außenhaftung gibt es Beispiele, die zeigen, warum eine gute D&O-Versicherung sich lohnt:
  • Du bist Geschäftsführer in einer nicht-inhabergeführten Firma und versäumst es, trotz länger währender Zahlungsunfähigkeit, den Insolvenzantrag zu stellen, sodass der Insolvenzverwalter Dich mit Deinem Vermögen in die Haftung nehmen will.
  • Für eine Werbekampagne hast Du persönlich die Verwendung eines Slogans in Auftrag gegeben, der rechtlich geschützt war und nun wird ein Nutzungsentgelt gefordert.
  • Dir unterläuft bei der Umsatzsteuervoranmeldung ein Fehler und das Finanzamt fordert die entstandene Differenz von Dir persönlich ein.

Was versichert die D&O-Versicherung nicht?

In folgenden Szenarien greift der Versicherungsschutz nicht:

  • Du hast den Schaden vorsätzlich verübt.
  • Der Schaden ist entstanden, weil Du für diese Position nicht ausreichend Fachkenntnis hattest.
  • Sach- und Personenschäden
  • Der Schaden beruht auf einer wissentlichen Verletzung der Sorgfaltspflicht.
  • Ein Teammitglied hat den Schaden verursacht, ohne dass Du davon wusstest oder wissen konntest.

Welche Zusatzleistungen sollte man abschließen?

Bei der Wahl der passenden D&O-Versicherung solltest Du Dich gut beraten lassen, um zu wissen, welche Zusatzleistungen für Dich sinnvoll und notwendig sind. Folgende Ergänzungen solltest Du dabei vor allem im Auge haben:

  • Rückwärtsdeckung: Hierbei deckt die Versicherung auch Schäden ab, die vor Vertragsbeginn entstanden sind.
  • Nachmeldefristen: Wird Dir der Schaden erst nach Ende des Versicherungsvertrages bekannt, kannst Du den Schaden nachträglich an die Versicherung melden, wenn der Fehler noch während der Vertragslaufzeit begangen wurde.
  • Strafrechtsschutzversicherung: Begehst Du einen rechtswidrigen, fahrlässigen Verstoß im Bereich des Steuerrechts, des Vermögensrechts, des Wettbewerbsrechts, des Insolvenzrechts oder einen Korruptionsdelikt, deckt die Versicherung auch hier den Schaden ab.

Wichtig zu wissen Stichwort Selbstbehalt: Vorstände einer AG sind gesetzlich verpflichtet, im Rahmen einer D&O-Versicherung einen Selbstbehalt von mindestens zehn Prozent der Schadenssumme, aber maximal in Höhe des 1,5-fachen jährlichen Festgehalts zu leisten. Doch auch für andere verantwortliche Personen wird oft ein Selbstbehalt festgelegt. Für diesen können eigene Versicherungen abgeschlossen werden.

Do’s and Dont’s bei der D&O-Versicherung – unsere FAQs

Weiterhin Wissenswertes zur D&O-Versicherung haben wir für Dich in unseren FAQs zusammengefasst.

Ich bin leitender Angestellter, muss ich eine D/O Versicherung abschließen?

Im Rahmen der verschärften Rechtsprechung können auch leitende Angestellte mit ihrem Privatvermögen haftbar gemacht werden. Sollte es in Deiner Organisation noch keine D&O-Versicherung geben, ist es sinnvoll, wenn Du den Abschluss anregst oder selbst vornimmst.


Wer bezahlt die D/O Versicherung?

Schließt das Unternehmen oder der Verein die Versicherung für die eigenen Angestellten beziehungsweise Bevollmächtigten ab, muss auch die Organisation den Beitrag zahlen. Entscheidest Du Dich, selbst eine D&O-Versicherung abzuschließen, bezahlst Du die Beiträge selbst. In diesem Fall ist aber ein Ausgleich über das Gehalt denkbar.


Welche Gründe sprechen für eine D/O Versicherung in meinem Unternehmen?

Eine D&O-Versicherung schützt die eigenen Mitarbeitenden vor den teilweise erheblichen Folgen, die Fehlentscheidungen bringen können, obwohl Fehler an sich manchmal unvermeidbar sind. Gleichzeitig sichert Dein Unternehmen sich ab, indem es sicherstellt, dass Schadenersatzansprüche auch erfüllt werden. Gleichzeitig motiviert solche eine Versicherung Menschen in verantwortlicher Funktion, eigeninitiativ Entscheidungen zu treffen, ohne sich vor den Konsequenzen zu fürchten.


Dein Vertrag: Die D&O-Versicherung abschließen, wechseln oder kündigen

Die meisten D&O-Versicherungsverträge verfügen über eigens definierte Laufzeiten von mindestens einem Jahr. Kündigst Du zum Ende des Vertragsjahres nicht, verlängert sich der Vertrag meist automatisch um ein weiteres Jahr. Du kannst manche Versicherungen auch gleich mit dreijähriger Laufzeit oder länger abschließen.

Deine Checkliste: Darauf solltest Du bei der Wahl Deiner D&O-Versicherung achten

  • Haben andere gute Erfahrung mit der Versicherungsgesellschaft gemacht?
  • Rechne die genaue Höhe der nötigen Deckungssumme aus!
  • Ist die zu versichernde Personenanzahl im Vertrag begrenzt oder kannst Du alle Personen mit Verantwortung in der Organisation versichern?
  • Achte auf mögliche Ausschlüsse im Versicherungsvertrag!

Welche Kündigungsfrist gilt für die D&O-Versicherung?

Die Kündigungsfrist wird individuell im Vertrag festgelegt. Bei den meisten Versicherern gilt eine Frist von drei Monaten, dabei muss die Kündigung schriftlich erfolgen.

Wichtig zu wissen Tritt ein Schadensfall ein, bieten die meisten D&O-Versicherungen ein beidseitiges Sonderkündigungsrecht. Auch eine erhebliche Beitragserhöhung, besondere geschäftliche Gründe sowie die Insolvenz des Unternehmens oder das Ableben der versicherten Person kann eine außerordentliche Kündigung begründen.

Bist Du bereit, Verantwortung zu übernehmen?

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