Das Wichtigste in Kürze

  • Arbeitnehmer, die im Jahr weniger als 64.350 Euro brutto verdienen (Stand: 2022), müssen in die gesetzliche Kran­ken­kas­se. Diese Gehaltsgrenze steigt jedes Jahr und liegt 2023 bei 66.600 Euro.
  • Solltest Du mehr verdienen oder aus einem anderen Grund nicht pflichtversichert sein, musst Du Dich freiwillig gesetzlich versichern oder schließt stattdessen eine private Kran­ken­ver­si­che­rung ab.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen kannst Du Dich von der Kran­ken­ver­si­che­rungspflicht befreien lassen und so in die private Kran­ken­ver­si­che­rung wechseln, auch wenn Du weniger als die Beitragsbemessungsgrenze verdienst. Diese Entscheidung lässt sich oftmals nicht oder nur schwer rückgängig machen und sollte daher gut überlegt sein.
  • Möchtest Du von der GKV in die PKV wechseln? Unsere Versicherungsexperten beraten Dich gerne unverbindlich und kostenlos. Buche hierzu einfach Deinen kostenlosen Online-Beratungstermin.

In Deutschland bist Du verpflichtet, Deine Gesundheit mit einer Krankenversicherung abzusichern. Doch was lohnt sich am ehesten für Dich? Ist die gesetzliche Krankenversicherung GKV eine gute Wahl für Dich? Oder steht Dir der Wechsel zu einem Anbieter der privaten Krankenversicherung PKV offen? Unser Artikel möchte Dir erklären, wie die Krankenversicherungspflicht in Deutschland funktioniert und was Dir je nach Beruf, Einkommen und Wünschen für Deine Absicherung offensteht.

Was genau ist die Kranken­versicherungs­pflicht?

Die Kosten für eine ärztliche Behandlung oder den Besuch im Krankenhaus können ganz schön teuer werden. So teuer, dass Du sie je nach Krankheit gar nicht privat bezahlen könntest. Aus diesem Grund hat die Politik eine Versicherungspflicht eingeführt, die seit 2009 flächendeckend gilt. Sie wird durch den §5 des Sozialgesetzbuches (SGB V) geregelt und gilt für jeden Bundesbürger. Diese unbedingte Pflicht zur Krankenversicherung bei einem gesetzlichen Anbieter kannst Du nur in Ausnahmen umgehen. Diese möchte Dir unter Artikel aufzeigen.

Auch wenn es eine Versicherungspflicht für Deine gesundheitliche Absicherung gibt, hast Du bei der Wahl des Anbieters viele Freiheiten. Bist Du verpflichtend gesetzlich krankenversichert, kannst Du zwischen Dutzenden Anbietern der GKV, den sogenannten Krankenkassen auswählen. Sollte die Versicherungspflicht nicht gelten und Du kannst einen Volltarif der PKV abschließen, warten auch hier viele verschiedene Versicherer auf Dich. Die Unterschiede verstehen und Anbieter miteinander vergleichen solltest Du also auf jeden Fall.

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Für wen und wann gilt diese Pflicht?

Formal gilt die Versicherungspflicht für die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse. Sollte nicht eine Ausnahme für die Befreiung von der Versicherungspflicht vorliegen, musst Du den Antrag bei einer gesetzlichen Krankenkasse stellen, um Mitglied zu werden. Praktisch passiert dies am häufigsten beim Berufseinstieg. Junge Menschen mit pflichtversicherten Eltern in der GKV profitieren von der Familienversicherung, bis sie ein eigenes, höheres Einkommen erzielen. Mit diesem haben Sie selbst die Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse abzuschließen.

Die gesetzliche Regelung erklärt, warum die meisten Versicherten in Deutschland bei der gesetzlichen Krankenversicherung abgesichert sind. Leistungen von privaten Anbietern lassen sich nur im Rahmen von Zusatztarifen nutzen, beispielsweise mit der Zahnzusatz- oder Krankenzusatzversicherung. Die Beiträge hierfür musst Du aus Deinem Nettoeinkommen zahlen. Ob eine entsprechende, zusätzliche Absicherung für Dich lohnt, kannst Du mit den Experten von WechselGott gerne besprechen.

Kannst Du Dich von der Versicherungs­pflicht befreien lassen?

Abhängig von Deiner beruflichen Tätigkeit und Deinem Einkommen ist Befreiung unter besonderen Umständen möglich. Die wichtigsten beiden Fälle schildern wir im Folgenden. Beachte, dass Du bei Eintreten dieser Fälle nicht versicherungsfrei bist. Du erhältst alleine eine Wahlmöglichkeit, da Du nicht verpflichtend den Versicherungsschutz bei der GKV abschließen musst.

Fall 1: Kranken­versicherung: Versicherungs­pflicht gilt nicht durch Deine Berufsgruppe

Zum einen gilt die freiwillige Mitgliedschaft für Berufsgruppen wie Selbstständige, Freiberufler und Beamte. Anders als angestellt Beschäftigte sind diese nicht zwingend im gesetzlichen Sozialversicherungssystem abgesichert. Sie können somit nicht mit einer Vielzahl gesetzlicher Sozialleistungen rechnen, zahlen dafür umgekehrt aber auch nicht ins System ein.

Allerdings gilt die Regelung nicht für jede selbständige Tätigkeit. Es gibt Ausnahmen, da manche Selbstständigen und Freiberufler weiterhin als pflichtversichert gelten. Zu diesen gehören beispielsweise:

  • Künstler und Publizisten durch Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse
  • freiberufliche Dozenten, Lehrer und Coaches
  • Handwerker mit eigenem Handwerksbetrieb
  • Hebammen

Arbeitest Du im Rahmen einer solchen Tätigkeit, wirst Du nach den gleichen Maßnahmen wie Angestellte behandelt. Du bist also in der GKV pflichtversichert und erhältst die Leistungen durch eine Krankenkasse. Es sei denn, für Dich tritt trotzdem der nachfolgende Fall 2 ein.

Fall 2: Versicherungs­pflicht in der gesetzlichen Kranken­versicherung gilt nicht durch Deine Einkommens­höhe

Neben der Regelung für Berufsgruppen erlischt die Krankenversicherungspflicht mit einem hohen Einkommen. Jährlich legt der Gesetzgeber eine Versicherungspflichtgrenze fest. Gehst Du mit Deinem Bruttojahreseinkommen über diese Grenze hinaus, kannst Du nach einem Jahr den Wechsel von der GKV in die PKV anstreben. In dieser bist Du so lange abgesichert, wie Dein Arbeitsentgelt über der Versicherungspflichtgrenze bleibt. Für das Jahr 2022 betrug die sogenannte Jahresarbeitsentgeltgrenze 64.350 Euro, für das Jahr 2023 wurde er auf 66.600 Euro angehoben.

Bei diesen ausreichend hohen Einnahmen spielt es keine Rolle, ob Du angestellt erwerbstätig bist oder einer anderen Berufsgruppe angehörst. Achtung: Wenn Du gerade so über die Versicherungspflichtgrenze kommt und Dein Gehalt nicht steigt, kann in einigen Jahren Dein Einkommen nicht mehr ausreichen. In diesem Fall musst Du zwingend wieder über den Abschluss eines Vertrags mit einer Krankenkasse nachdenken.


Deine Pflicht erlischt – was heißt dies für Deine Kranken­versicherung?

Gehen wir davon aus, dass Du bislang Mitglied bei einer gesetzlichen Krankenkasse warst. Nun machst Du Dich selbstständig oder erzielst als Angestellter ein Einkommen, dass deutlich über dem genannten Grenzbetrag liegt. In diesen Fällen kannst Du freiwillig bei Deiner Krankenkasse bleiben oder in die PKV wechseln. Dich zwingt niemand, die Absicherung bei Deiner Krankenkasse aufzugeben, wenn Du mit den Beiträgen und gebotenen Leistungen zufrieden bist.

Es gibt gute Gründe, ins private System zu wechseln. So wirst Du für Deine medizinische Versorgung im Krankheitsfall deutlich bessere Leistungen vertraglich festlegen können. Während sich die Leistungen der GKV am gesetzlichen Leistungskatalog orientieren und überschaubar sind, kannst Du bei einem privaten Anbieter eine deutlich bessere Versorgung festlegen. Da sich die Beiträge nicht nach Deinem Einkommen bemessen, ist dies für junge und gesunde Versicherte sogar finanziell lohnenswert.

Mit steigendem Lebensalter könnte die Krankenversicherung jedoch zum Problem werden. Um Deine individuellen, gesundheitlichen Risiken aufzufangen, steigen die Beiträge der PKV langsam aber sicher an. Dies ist logisch, da bei älteren Menschen eher mit Erkrankungen als bei jüngeren zu rechnen ist. Im schlimmsten Fall wird Deine Rente kaum ausreichen, um diese Beiträge zu bezahlen und Dir nebenbei noch ein entspanntes Leben zu gestalten. Prüfe deshalb als Arbeitnehmer mit hohem Einkommen oder Selbstständiger genau, welches System zu Dir passt. Die Rückkehr zur gesetzlichen Krankenversicherung ist nicht so einfach möglich, wie wir Dir unten zeigen.

Kann ich wieder versicherungs­pflichtig werden?

Die Art Deiner Krankenversicherung muss nicht über ein Leben hinweg bestehen bleiben. Das Sozialgesetzbuch (SGB) formuliert die Versicherungspflicht und die beschriebenen Ausnahmen eindeutig. Hieraus leiten sich zwei Situationen her, in denen Versicherte ohne bestehende Pflicht wieder eine Pflichtversicherung bei einer Krankenkasse abschließen müssen:

  1. Die Art Deiner beruflichen Tätigkeit ändert sich. Vielleicht hast Du Dein Glück als Selbstständiger versucht, aber Deine Geschäftsidee ist nicht eingeschlagen. Du fängst hiernach wieder als Angestellter bei einem Unternehmen an und erzielst ein durchschnittliches Einkommen. Auch wenn Du vorher selbstständig warst, giltst Du jetzt im Sinne des SGB wieder als Arbeitnehmer und musst Dich bei der gesetzlichen Krankenversicherung absichern.
  2. Deine Einkommenssituation als Angestellter ändert sich. Wenn Du über Jahre hinweg über der Versicherungspflichtgrenze lagst und diese plötzlich über Dein Jahresbruttoeinkommen angehoben wird, erlischt die Befreiung ebenfalls. Hier solltest Du überlegen, ob Du mit Deinem Gehalt in ein oder mehreren Jahren wieder über diesem Grenzbetrag liegen könntest. In diesem Fall kannst Du die Anwartschaft auf Deine Versicherung erhalten, damit Du nicht später einen Neuvertrag mit erneuter Gesundheitsprüfung aufsetzen musst.

Es gibt auch Sondersituationen, mit denen Du vielleicht im Vorfeld gar nicht rechnest. So hast Du z. B. bei einer Arbeitslosigkeit keine Wahl bei der Krankenversicherung. Wenn Du Arbeitslosengeld als Sozialleistung beziehst, wirst Du Dich gesetzlich krankenversichern müssen. Auch hier kannst Du überlegen, ob Du eine Anwartschaft auf Deinen bisherigen PKV-Tarif abschließen willst. Schließlich kann Deine Arbeitslosigkeit nur ein Zustand weniger Wochen oder Monate sein, um hiernach wieder mit einem ausreichend hohen Gehalt durchzustarten.

Kannst Du auch freiwillig in die gesetzliche Absicherung zurückkehren?

Bei Versicherten im gesetzlichen System gibt die Einkommenshöhe die Höhe des monatlich zu zahlenden Beitrags vor. Bei einem privaten Volltarif werden die Kosten individuell kalkuliert und richten sich nach Deinem Alter und Deinem Gesundheitszustand. Hieraus leitet sich folgende Überlegung her:

Stell Dir vor, Du bist jung, gesund und kannst wegen Deines hohen Einkommens in die PKV wechseln. Hier darfst Du mit niedrigen Beiträgen rechnen. Im höheren Alter steigt Dein Risiko auf Krankheiten, weshalb Dein Versicherer immer höhere Beiträge von Dir verlangt. Wäre es nicht logisch, im späteren Leben zu einer Krankenkasse zurückzukehren? Schließlich bemessen sich hier die Beiträge nach Deinem Einkommen, was als Rentner nicht so hoch wie im Arbeitsleben sein dürfte.

Wahrscheinlich würden alle Versicherten es so machen. Da dieses Vorgehen im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung sehr unfair wäre, hat der Gesetzgeber dieses Handeln verhindert. Aus diesem Grund ist eine freiwillige Rückkehr von Versicherten nach der Befreiung kaum möglich. Du musst also zu Deiner Entscheidung stehen, wenn Du Dich einmal privat krankenversichert hast. Natürlich kann es Lebensumstände geben, die Deine Rückkehr notwendig machen, z. B. wenn Du arbeitslos wirst. Freiwillig wirst Du jedoch nicht mehr zurückkehren können, wenn Dein 55. Lebensjahr vollendet ist.

Gesetzlich versichert zu bleiben, mag im Laufe des Arbeitslebens teurer sein, sich zum Lebensende hin jedoch lohnen. Grundsätzlich gibt es aber keine pauschal richtige oder falsche Entscheidung. Natürlich musst Du Dir diese Frage überhaupt erst stellen, wenn die Voraussetzungen für einen möglichen Wechsel ins private System erfüllt sind.

Gilt eine Versicherungs­pflicht für meine Kinder?

Klar geregelt ist die Situation für einen Personalkreis, der noch keiner Beschäftigung nachgeht: Kinder und Jugendliche.

kannst Du die gesetzliche Regelung der Familienversicherung nutzen. Für diese gilt ebenfalls eine Versicherungspflicht, wobei die oben beschriebenen Fälle für eine freiwillige Absicherung nicht eintreten können. Es wird sich deshalb immer am Schutz der Eltern orientiert. Die meisten Kinder sind gesetzlich versichert, wenn wenigstens ein Elternteil dies ist. Der Vorteil: Durch die Familienversicherung muss für kein gesetzlich versichertes Kind ein zusätzlicher Beitrag gezahlt werden. Dies ist in der PKV anders: Hier ist grundsätzlich für jedes einzelne Familienmitglied ein eigener Vertrag mit eigener Beitragszahlung aufzusetzen.

Sind beide Eltern privat versichert, kann für den Nachwuchs die sogenannte Nachversicherung abgeschlossen werden. Einen anderweitigen Schutz, beispielsweise durch freiwillige Mitgliedschaft in einer Krankenkasse, gibt es hier nicht. Falls die gesetzliche Absicherung nur für eines der Elternteile gibt, besteht im Regelfall die Wahl zwischen den beiden Systemen für den gemeinsamen Nachwuchs.


Gesetzliche und private Kranken­versicherung individuell vergleichen

Wie bei Versicherungsprodukten üblich, ist ein Vergleich für Arbeitnehmer und Selbstständige anzuraten. Anders als bei der Hausrat- oder privaten Rentenversicherung muss zwischen zwei Arten von Vergleichen unterschieden werden. Im ersten Schritt ist zu analysieren, ob bei erloschener Versicherungspflicht die Mitgliedschaft in der GKV weiterhin lohnt oder der Wechsel ins private System anzustreben ist. Die Überlegungen sollten die heutige Situation und die weit entfernte Zukunft umfassen.

Hast Du Dich für eines der Systeme entschieden, beispielsweise mit Hilfe der Experten von WechselGott, gehst Du im nächsten Schritt ins Detail. Lerne die Tarife der Kassen und privaten Versicherer kennen. Gerade der Privatsektor unterscheidet sich in den angebotenen Leistungen und freiwilligen Vertragsoptionen erheblich. ACHTUNG: Den sogenannten Basistarif solltest Du meiden. Dieser orientiert sich zum einen an den Leistungen im gesetzlichen Leistungskatalog und stellt keine wirkliche Verbesserung Deiner Versorgung dar. Eingeführt wurde der Basistarif hauptsächlich für Rentner, die sich ihren regulären Tarif nicht mehr leisten können und denen die Rückkehr in die GKV verwehrt bleibt.

gesetzliche Kranken­versicherung oder private Krankenkasse – wir helfen Dir

Es ist gar nicht so einfach, die Entscheidung für eines der beiden Systeme zu treffen. Wenn Du unsicher bist, kannst Du mit unserem Experten zum besten Tarif mit oder ohne Versicherungspflicht gelangen. Wir kennen uns mit dem Angebot der Krankenkassen und der privaten Versicherer aus und zeigen Dir, wo Deine individuellen Vorteile im jeweiligen Modell liegen. Über unsere WechselGott-App hast Du Deine Tarife übrigens immer im Überblick und erkennst genau, wann eine Möglichkeit zum Wechsel Deines Versicherungsschutzes gegeben ist. Zögere also nicht, bei einfachen Fragen zur gesetzlichen Krankenversicherung oder dem privaten Schutz mit uns ins Gespräch zu kommen.

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WechselGott hilft Dir übrigens nicht nur beim Thema Krankenversicherung weiter. Wir sind Deine Profis für Versicherungen aller Art und helfen Dir auch in den Bereichen Strom und Gas, Deine Kosten pro Monat zu senken. Lade Dir noch heute unsere App mit automatischer Vertragserkennung herunter. So hast Du all Deine Verträge und Verpflichtungen im Überblick und erkennst sofort, wann die Voraussetzungen für Kündigung und Wechsel erfüllt sind.