Kfz Typklassen – Das Who is Who der Autowelt

City-Flitzer, Familienkutsche oder Sportwagen – Pkw gibt es in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Gewichtsklassen. Nicht erst seit dem beliebten Auto-Quartett werden Kraftfahrzeuge nach verschiedenen Kategorien rubriziert.

Was genau sind eigentlich KfZ-Typklassen?

Die Typklasse eines Autos ist ein statistischer Wert. Sie spiegelt die Schaden- und Unfallbilanz der verschiedenen in Deutschland zugelassenen Automodelle wider. So können Versicherer Risiken für Reparaturen und Unfälle bestimmter Fahrzeugtypen besser einschätzen. Werden mit einem Fahrzeugtyp vergleichsweise wenige Schäden gemeldet und entschädigt, wird das Modell in einer niedrigen Typklasse eingestuft.

Wofür werden KfZ-Typklassen genutzt?

Kfz-Versicherer berücksichtigen sogenannte Typklassen, um die Versicherungsbeiträge für die jeweilige Kfz-Haftpflicht- und Kaskoversicherung berechnen zu können. Die Typklasse ist dabei nur eines von zahlreichen Tarifmerkmalen, das Versicherer bei der Berechnung des Versicherungsbeitrages berücksichtigen. Je niedriger die Einstufung in der Typklasse, desto günstiger fällt der entsprechende Versicherungsbeitrag aus.

Für Kfz-Besitzende heißt das: Je niedriger die Typklasseneinstufung des eigenen Autos, desto niedriger ist in der Regel auch der Versicherungsbetrag, je höher die Typklasse, desto teurer wird es.

Wie werden Typklassen festgelegt

Je mehr Unfälle mit einem bestimmten Fahrzeugmodell gemeldet werden und je öfter dieses Modell reparaturbedürftig wird, desto höher das Ranking im Typklassenkatalog.

Wer legt die KfZ-Typenklassen fest?

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gibt einmal pro Jahr (immer am 1. Oktober) ein Verzeichnis mit allen Pkw-Typklassen heraus. Dafür wertet der GDV die Unfall- sowie Schadenbilanzen der vergangenen drei Jahre von allen in Deutschland zugelassenen Automodellen aus. Das sind rund 32.000 verschiedene Modelle.

Wie viele Pkw-Typklassen gibt es?

Die GDV unterscheidet die Typklassen nach Haftpflichtversicherung, Vollkasko und Teilkasko. Ein und dasselbe Fahrzeug kann also je nach Kategorie bis zu drei verschiedene Typenklassen haben.

Wird beispielsweise ein bestimmtes Modell oft gestohlen, steigt dessen Typklasse in der Teilkasko. Ist das Fahrzeug aber gleichzeitig nur selten in Unfälle verwickelt, gehört es zu den Autos mit niedriger Typklasse und wird in der Vollkasko damit deutlich niedriger eingestuft.

  • Für die Haftpflichtversicherung richtet sich die Typklasseneinstufung danach, welche Leistungen Versicherer an geschädigte Dritte gezahlt haben. Hier gibt es insgesamt 16 Typenklassen (10-25).
  • Die Typklasse Vollkasko beinhaltet sowohl Schäden am Autotyp durch einen selbstverschuldeten Unfall sowie Teilkasko-Schäden. Hier gibt es insgesamt 25 Typklassen (10-34).
  • In Sachen Teilkasko zählen für die Versicherungsklasse nur Schäden wie Wildunfälle, Diebstahl, Steinschlag oder Schaden. Hier gibt es insgesamt 24 Typenklassen (10-33).

Die niedrigste Typenklasse mit dem Wert „10“ haben meist Oldtimer in Sammler-Qualität. Denn wer sein antikes Auto mit Hingabe poliert, hegt und pflegt, passt in der Regel auch beim Fahren besonders gut auf. Beliebte Oldtimer sind z.B. das kleine Rollermobil BMW Isetta 250 und 300, der legendäre Citroën 2 CV – liebevoll „Ente“ genannt oder der kleine kantige Fiat 126 A. Auch neue Modelle können niedrige Typklassen haben, so liegt z.B. die Typklasse des kultigen Renault Twingo bei 15 oder 16.

Mit die höchsten Typklassen weit über 20 haben u.a. klassische SUV wie der Land Rover Range Rover oder auch Oberklasse-Modelle wie der Tesla X mit seinen Statement-Flügeltüren. Auch aktuelle VW-Busse wie der T5 haben hohe Typklassen – sie sind nicht zufällig sehr beliebt bei Dieben.

Im Mittelfeld bei etwa 18 finden sich häufig Kastenwagen wie der Fiat Ducato, die oft zu Lieferzwecken genutzt und eher nicht mit Samthandschuhen werden. Auch bei Familien beliebte Modelle wie der Skoda Octavia oder der VW Touran reihen sich hier ein.

Wann und wodurch ändern sich die Typklassen?

Die Typklassen werden jedes Jahr neu ermittelt und hängen daher von den tatsächlichen Unfall- und Reparaturstatistiken ab – nicht etwa rein von der Motorleistung oder der maximalen Geschwindigkeit eines Fahrzeugmodells. Anders gesagt: Ein kleines Automodell, dass aber statistisch in besonders viele Unfälle verwickelt ist und die Autowerkstätten auf Trab hält, bekommt eine höhere Typklasse als ein kollisions- und reparaturfrei durch die Straßen sausender Sportwagen.

Wurden für einen Autotyp vergleichsweise weniger Schäden gegenüber den Vorjahren gemeldet und entschädigt, wird das betreffende Modell künftig in eine niedrigere Typklasse eingestuft. Umgekehrt funktioniert es genauso. Die Typklasse in der Kfz-Haftpflichtversicherung wird also in erster Linie von der Fahrzeugart und der Fahrweise der Nutzenden beeinflusst.

Typklasse vs. Regionalklasse – was ist der Unterschied?

Bei der Berechnung von KfZ-Versicherungsbeiträgen kommt es es neben der Typklasse auch darauf an, wo ein Auto in der Regel gefahren wird (Regionalklasse), wer das Auto fährt (Alter des Versicherungsnehmenden und Fahrenden), wie viele Kilometer pro Jahr und wie lange bereits unfallfrei gefahren wird.

Für die Berechnung der sogenannten Regionalklassen werden die Schadenbilanzen der Zulassungsbezirke analysiert und indexiert. Für die Haftpflicht gibt es 12, für die Teilkasko 16 und für die Vollkasko 9 Klassen. Je besser die Schadenbilanz und damit die Einstufung in der Regionalklasse, desto günstiger wirkt es sich auf den Versicherungsbeitrag aus. Ist ein Auto z.B. in einem Villenviertel angemeldet und steht dort sicher in der Garage, so fällt die Einstufung günstig aus. Ist das Auto hingegen in einem Bezirk zugelassen, in dem es häufiger zu Schäden kommt – etwas durch Diebstahl oder Vandalismus – so erfolgt die Einstufung in eine höhere Regionalklasse.

Wie ermittle ich die Typklasse eines Autos?

Die Typklasse Deines (Wunsch-)Autos kannst Du unkompliziert online über die Typklassenabfrage des GDV ermitteln. Um Deine Pkw-Typklasse für das aktuelle Jahr zu ermitteln, benötigst Du lediglich die folgenden Daten aus Deiner Zulassungsbescheinigung bzw. Deinem Fahrzeugschein:

  • Herstellername
  • Fahrzeugdaten
  • Herstellerschlüssel (HSN)
  • Fahrzeugtypschlüssel (TSN)

Marke, Baujahr, Leistung, Hubraum – hier kannst Du mit den Infos aus dem Fahrzeugschein das gewünschte Fahrzeug suchen – Auto-Quartett, wir kommen:

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